Sonntag, 9. Oktober 2016

Praktikum in der Buchhandlung: Eindrücke

Hey, einige wissen es schon, einige erfahren es jetzt: Ich hab mein Betriebspraktikum in einer Buchhandlung gemacht und werde jetzt meine Eindrücke mit euch teilen. Außerdem zeige ich euch am Ende noch kurz den Aufbau meines Berichtes :) Ich hoffe, dass der Post euch gefallen wird, viel Spaß beim Durchlesen ♥ (Schnappt euch 'ne Tasse Tee, der Post wird ziemlich lang, glaub ich)

Ich erwähne es hier und nochmal am Ende: Die Bilder habe ich alle selber gezeichnet, also falls ihr aus einem mir unbekannten Grund scharf auf sie seid, FRAGT mich bitte, bevor ihr sie verwendet. Es hat mich Zeit, Schlaf und Mühe gekostet, sie zu machen! Danke ♥



Okay, also zuerst war es mir nicht von Anfang an klar, dass ich auf jeden Fall ein Praktikum in der Buchhandlung machen möchte. Das hat sich erst relativ spät entschieden und ich bin echt froh, dass ich die Inhaberin der Buchhandlung schon sehr lange kenne.  Im Endeffekt bin ich sehr froh, dass ich genau das Praktikum ausgewählt hab, weil es im Nachhinein wirklich gut war.

Was persönlich etwas schade war, dass ich die erste Woche nicht mit der Chefin/Inhaberin arbeiten konnte, sondern mit einer der Verkäuferinnen, und naja, es war zwar nicht so, dass ich sie nicht mochte, aber mit der Geschäftsinhaberin verging die Zeit deutlich schneller, weil sie irgendwie angenehmer war :D

So, na dann würde ich mal sagen, dass ich euch jetzt sage, was ich alles machen durfte!

Ich bin erstmal täglich zur Post gegangen, um das Postfach der Buchhandlung, in dem sich Pakete, Kataloge und Briefe befanden, zu leeren. War meistens einfach nur frustrierend, einmal waren einfach 5 Bücher in dem Fach, was war ich neidisch :D.
Ich denke, ihr bestellt auch gerne mal ein gutes in der Buchhandlung? Nun, bei unserer Buchhandlung ist das so, dass sie meist über den Großhändler die Kundenbestellungen bestellt. Das Tolle an dem Händler, ist, dass wenn man noch bis spätestens 18 Uhr Bücher bestellt, diese am nächsten Tag direkt abholen darf. Meine Aufgabe war es dementsprechend morgens die eingetroffenen Bestellungen mit Hilfe der Bestellzeichen den Kunden zuzuordnen und anschließend im Abholfach alphabetisch zu ordnen. Abgearbeitete Lieferscheine wurden danach abgeheftet.

Manchmal kann es aber auch sein, dass bestellte Bücher nur zur Ansicht geordert wurden aufgrund von Unsicherheit, oder ein Buch wurde beschädigt etc., wenn dies der Fall ist, werden die Bücher zurückgeschickt. Das bedeutet, ich durfte remittieren. Das Nomen wäre hierzu Remissionen. Damit ihr das jetzt besser versteht, erklär ich das natürlich :) Aus einer Mappe wurde erstmal ein willkürlicher Lieferschein genommen, der natürlich eine Rechnungsnummer (Lieferscheinnummer) hat. Anschließend wurden die Aufkleber von  den Büchern genommen und auf ein Feld geklebt (so spart man sich die Arbeit, alle Daten, die das Buch betreffen extra aufschreiben zu müssen). Man gibt noch die Anzahl und den Grund des Zurückschickens an, kopiert den Schein und legt das Original zu den Büchern, die in einen Karton gepackt werden und ready für den nächsten Tag sind, um weggeschickt zu werden. Anschließend sucht man den Lieferschein im Computer und geht auf die Listenfunktion, bearbeitet diese und fertig ist man mit remittieren. Ob man es glaubt oder nicht, aber das hat Spaß gemacht :D

Hier habe ich mal eine kleine Skizze für euch erstellt:


Ich hoffe, dass die Skizze das mit dem Lieferschein etwas verdeutlichen konnte, falls ihr es nicht ganz verstanden habt :)

Wenn ein Kunde ein ganzes Buch sucht oder bestellen will, muss man den Titel, wenn man ihn nicht vorrätig im Laden hat, beim Großhändler suchen. Dies nennt man Bibliografieren. Hierzu wird meist nur ein Teil des Titels oder auch der Name des Autors gebraucht. Am Besten ist es natürlich, wenn man aber eine ISBN hat! Und wie ich gelernt habe, hat ISBN auch eine Bedeutung, nämlich "International Standard Book Number". Und auch die einzelnen Ziffern haben eine Bedeutung:


Was man nicht alles lernt, oder? :) Ich wusste das zum Beispiel nicht und finde es ziemlich cool, dass ich jetzt damit angeben kann :D

Ab und zu kann es auch mal vorkommen, dass bei einem Buch, dass man in der Bibliografie sucht, eine Nummer neben sich stehen hat. Drei Nummern sollte man sich ins Besondere merken:

Meldenummern

→ #07 bedeutet, dass die Ware restlos vergriffen ist und dass es keine Neuauflage von ihr gibt.
→ #15 bedeutet, dass es den Titel kurzfristig beim Großhändler nicht gibt, und dass man ihn beim
Verlag bestellen muss, was dann länger dauert.
→ #21 bedeutet, dass der Titel noch nicht erschienen ist.

Es gibt noch ein paar mehr, doch meine Chefin hat gemeint, dass das so die drei Wichtigsten seien.

Ich denke, dass euch klar ist, dass die Bücher in Kartons geliefert werden :D Nun ja, diese werden nicht mehr benötigt und so hatte ich die tatsächlich coole Aufgabe, die Kartons kaputt zu treten! Einfach so, dass sie platt sind und nicht mehr an einen Karton erinnern, die Ecken nicht mehr miteinander verklebt und so weiter. Das hat wirklich echt Spaß gemacht :D

Was mir auch relativ früh eingebläut wurde, war dass ich den Stammkunden Espresso machen sollte... Jep, so wurde ich einfach mal in den hinteren Raum geschickt, um Kaffee zu kochen :D Oder ich durfte die Blumen gießen, den Laden staubsaugen....

Etwas wovor es mir jedes mal gegraut hat, war die Kasse #igittMathe. Dort gab es so viel zu beachten... Hier wieder ein Bild:


So sah das ungefähr aus, wenn man das Buch eingescannt hatte, verschwand die linke Leiste (alles was unter "bitte Eingabe" steht) und zum Vorschein kam entweder der Pfeil neben dem griechischem Buchstaben oder Abholfach. Das Abholfach ist das Regal, wo die Kundenbestellungen gelagert werden, bis man sie abholt. Man klickt auf Abholfach wenn dies der Fall ist und wenn nichts hinzukommt klickt man auf den griechischen Buchstaben (Zwischensumme). Daraufhin kommt ein Button mit "Zahlung", "Gutschein" und noch einer, den ich aber vergessen habe, da ich den eh nie benutzen musste. Bei Zahlung muss man dann entweder Bar oder EC-Karte tippen und fertig. Leute, wenn die Kunden dann noch Kleinigkeiten wie einen Schal, eine Karte oder so kaufen... Da war es vorbei. Die Sachen haben Codes (die mir niemand gesagt hat... obwohl Kleinigkeiten von der Theke hat den Code 2 :D) Da muss man nämlich den Code eingeben, dann das x (also Malzeichen), anschließend den Preis von dem Teil, auf den Pfeil neben Zwischensumme, der übrigens "Warengruppe" heißt, sofern ich mich nicht irre, und joa, naja, dann entweder wieder das Prozedere, oder ein Buch einscannen oder eben zahlen. Ich fand das einfach nur kompliziert... :(

Hier nochmal genauer :)

Etwas, was ich auch immer mal wieder machen durfte, war, eingetroffene Bücher von Verlagen im Bestellbuch abzuarbeiten. Dort waren offene Lieferscheine gespeichert und indem ich die Lieferscheinnummer im PC mit der vom Verlag verifiziert habe, konnte ich "Wareneingang alle" machen. Somit konnte ich bestätigen, dass alles eingetroffen ist. Sollte die Rechnungsnummer nicht im PC unter "offene Lieferscheine" zu finden sein, so habe ich meist einfach die ISBN eines eingetroffenen Buches genommen, eingegeben und anschließend geschaut, unter welcher Nummer sie gespeichert ist. Daraufhin habe ich bei den offenen Lieferscheinen die neue Nummer gesucht, gefunden und "Wareneingang alle" gemacht.

Die meiste Zeit hat es Spaß gemacht, diese Aufgaben zu erledigen, was ich auch ganz gerne mochte, war die Bücher in die Regale einzuordnen, wieder alphabetisch nach Autor geordnet.

An meinem letzten Praktikumstag musste ich dann neue Ware entgegennehmen und mich der Frage stellen, warum diese teurer verkauft wird als sie beim Einkauf eigentlich war. Ganz einfach: Man muss ja auch selber leben, Miete zahlen, Möbel kaufen, Werbung machen und die technischen Geräte wie Telefon, Computer, Scanner etc., damit der Laden läuft. Zudem muss der Kunde ja auch vom Angebot überzeugt sein ( → Bedarfsanalyse) und man muss dem Kunden immerhin auch das anbieten, was er will.

Ware entgegennehmen und mit Preisen ausschildern hat relativ viel Spaß gemacht, die Kartons kaputt zu treten war dann aber irgendwie doch besser, oder remittieren/bibliografieren.

Was mir auch eingebläut wurde, war das Prinzip der Kundenberatung, auf das ich jetzt aber nicht eingehen werde, weil... Es ist ziemlich lang. Die Kurzfassung ist, dass man Zeit und Feingefühl braucht und sich in den Kunden hineinversetzen muss, um das Bestmögliche anbieten zu können :) Hätte ich das jetzt genauer erklärt, würde der Post noch länger werden, als er eh schon ist.

Ich blende euch jetzt noch ein paar Bilder von der Buchhandlung ein:






Ja, ich weiß, die Buchhandlung ist schön ♥♥

Ich versuche, jetzt mal ein Fazit zu schließen und hoffe nebenbei, dass ich alles mit reingebracht habe, was ich reinbringen wollte und dass das für euch gut genug ist!

Mein Fazit ist, dass ich jedem, der gerne liest, ein Praktikum in der Buchhandlung empfehlen kann. Man denkt wahrscheinlich zuerst "Ach, das ist ja einfach, man muss ja bloß Bücher einsortieren", aber das selber zu erleben, Kundenbestellungen telefonisch und live entgegenzunehmen, zuzusehen, wie die Kunden beraten werden, Pakete auszupacken, zu überprüfen, ob alles stimmt, merken, dass etwas fehlt, zusehen, wie die Verkäuferin/Chefin daraufhin irgendwo anruft oder eine Mail schreibt, das war eigentlich schon ziemlich cool und anders. Man sollte eine Buchhandlung nicht unbedingt auf die leichte Schulter nehmen.

Was ich auch richtig krass fand, war, dass die Inhaberin den Geschmack ihrer Kunden durch jahrelange Erfahrung so ziemlich perfekt kennt. Sie weiß, was sie ihnen empfehlen kann, was sie ihnen anbieten darf, und am Wichtigsten: Was sie bestellen muss, um es anschließend zu verkaufen! Dafür ein Gespür zu entwickeln finde ich schon richtig gut, vor allem aber hat sie wirklich Geschmack: Es gibt so viele schöne Dinge in dem Laden! ♥ Die Bilder oben zeigen schon einmal ein paar. Gestern sind ein paar winterliche Artikel eingetroffen, die ich aber nicht fotografiert habe, aber von Kuscheldecken bis Kissen mit Sternenbezug (kuschelig♥) gab es alles!


So und jetzt zum Schluss (ihr habt es gleich geschafft!!) sage ich euch noch wie ich mein Bericht aufbaue:

Einleitung: Wie bin ich dazu gekommen, ausgerechnet dieses Praktikum auszuwählen?/Warum habe ich mich dazu entschieden, dieses P. zu machen? Kurze Vorstellung des Betriebs

Hauptteil: Kleiner Einleitungssatz, ich habe so angefangen "Während meines Praktikums (Zeitspanne) habe ich mich mit folgenden Themen bzw. Tätigkeiten auseinandergesetzt", anschließend erklären, was man gemacht hat. Mir wurde allerdings geraten, das nicht alles komplett auszuformulieren. Also nehmen wir das Beispiel mit der Post:

"Täglich bin ich zur Post gegangen, um das Postfach auszuleeren.

Postfach: Dorthin werden alle Päckchen und Briefe der Verlage an die Buchhandlung geschickt.

Später mussten tags zuvor bestellte Bestellungen überprüft und aufgeräumt werden.

Abholfach: Hier werden die Kundenbestellungen nach Name alphabetisch sortiert und aufbewahrt, bis der Kunde kommt und sie abholt"

Das wäre ein Beispiel, wie ich den Teil hier mit meinen Pflichten eingeteilt habe. So liest es sich etwas besser, ist nicht zu geklatscht mit Informationen und wirkt übersichtlicher - wurde mir gesagt. :)

Etwas, was ich sehr genau beschreiben werde, ist das Prinzip der Kundenberatung, das wird dann ein richtiger Absatz, denn das ist natürlich mit das Wichtigste. Berät man einen Kunden schlecht, kommt er nicht nochmal...! Ebenfalls werde ich auch die Gründe, warum die Ware teurer verkauft wird etwas genauer erklären.

Fazit: Nun, ich denke, hierzu muss ich jetzt auch nicht so viel sagen, oder? Ich werde meine ehrliche Meinung sagen, wie ich das Praktikum fand und ob ich weiterempfehlen  oder sogar nochmal machen würde (Wahrscheinlich schon, nur auf die Kasse würde ich gerne verzichten)


So, das war es dann mit dem Blogpost... Mannomann, bin ich fertig :D Das war mit Abstand der heftigste, längste und aufwendigste Post, den ich je geschrieben habe. Ich hoffe so unfassbar sehr, dass er euch gefallen hat und würde mich sehr über einen Kommentar freuen!!! ♥♥


Die Bilder habe ich alle selber gezeichnet, also falls ihr aus einem mir unbekannten Grund scharf auf sie seid, FRAGT mich bitte, bevor ihr sie verwendet. Es hat mich Zeit, Schlaf und Mühe gekostet, sie zu machen! Danke ♥

Euch allen noch einen schönen Tag oder Abend :)

Kommentare:

  1. Ich habe vor einigen Jahren auch mein Praktikum in einer Buchhandlung gemacht. Aber in Thalia. Ich fand es wirklich Großartig. Und ich finde deinen Beitrag großartig.

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    1. Hello Jennifer :)

      Gut, dass beides großartig ist bzw. war.
      Es freut mich wirklich sehr, dass der Post dir gefällt ♥!!

      Ich wünsche dir noch einen schönen Tag,
      liebe Grüße,

      Magali :)

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  2. hei, echt toll geworden dein beitrag!

    jaja so täuschen sich alle in diesem wunderbaren beruf!

    das mit der isbn fand ich auch super. besonders wenn man dann irgendeann mal
    merkt das man die ersten 7 zahlen tatsächlich kennt und die anderen dann buchabhängig sind.

    möchtest du nun eine ausbildung zur buchhändlerin machen? :)

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    1. Hello!

      Freut mich sehrsehr, dass dir der Beitrag gefallen hat :)! Ja, das mit der ISBN wusste ich davor auch nicht aber es ist gut zu wissen!

      Ich weiß nicht, zur Zeit weiß ich nicht mal, was ich in 5 Minuten vorhabe, da möchte ich noch nicht auf etwas konkretes einlassen :D Aber vielleicht ändert sich das ja!

      Ich wünsch dir noch einen schönen Abend,
      Magali ♥

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  3. Dein Post Ist wirklich super geworden Und jetzt hab Ich echt Lust bekommen Mein praktikum ebenfalls in einer Buchhandlung zu machen😆.
    Man merkt wirklich wie viel Mühe du dir gegeben hast❤ mach weiter so Ich finde deinen Blog richtig toll❤❤

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    1. Hallo Sara!

      Vielen, vielen lieben Dank für dein Lob! Das freut mich mega♥
      Mach das, es ist zwar am Anfang etwas viel, macht aber wirklich Spaß :)

      Dir noch einen schönen Abend,
      Magali ♥

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  4. Wow, das klingt ja nach einem mega coolen Praktikum. :D
    Ich habe erst im Sommer 2017 mein erstes, welches ich im Buchdruck machen werde. Ich hoffe mal, dass ich da auch so interessante Dinge lerne, wie das mit der ISBN. :D `
    Bis bald. :) `

    Liebe Grüße,
    Klara

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    1. Hello Klara :D

      Ja, das mit der ISBN war schon ganz cool haha :)
      Ich hoffe, dass dein Praktikum nächstes Jahr wird schön,

      liebe Grüße,
      Magali :)

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  5. Hi! :)

    Ich hab's auch endlich mal geschafft den Post zu lesen & achja, echt super super interessant gemacht von dir! Hab echt richtig was dazu gelernt & dann dazu die süßen Bilder, richtig gutes! Man merkt richtig die Mühe die dahintersteckt!

    Ganz liebe Grüße,
    Marius O:)

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    1. Heyyy,

      ich freue mich mega, dass dir der Post gefällt :)
      Scheinst ein viel beschäftigter Kerl zu sein, wenn du jetzt erst den Post lesen konntest... :D

      Ich wünsch dir noch einen schönen Tag,

      Magali :)

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  6. Ich muss nächstes Jahr ein Praktikum machen und wollte es eigentlich bei Hugendubel machen <3 Meine Mutter konnte ich leider noch nicht ganz überzeugen xD Aber das wird schon (:
    Der Post ist dir übrigens sehr gelungen Vor allem die Zeichnungen sind voll süß^^ Die Buchhandlung sieht übrigens sehr gemütlich aus<3
    LG Gesine <3

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    1. Hallo Gesine,
      zeig doch deiner Mutter diesen Post haha :D
      Spaß, vielen Dank, freut mich, dass dir die Zeichnungen und auch der Post gefallen haben!! Und die Buchhandlung sieht in echt sogar viel schöner aus!

      Liebe Grüße,
      Magali :)

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